Leserbriefe Maria Meyer-Grass und Mario Cortesi. Erschienen in der Südostschweiz 22.8.2013

Maria Meyer-Grass und Mario Cortesi nehmen die Pläne der Repower für Kohlekraftwerke in Schutz

Leserbriefe Maria Meyer-Grass und Mario Cortesi. Erschienen in der Südostschweiz am 22.8.2013

Leserbriefe von Maria Meyer-Grass und Mario Cortesi. Erschienen in der Südostschweiz am 22.8.2013, mit diesem Inhalt:

Repower nicht 
den Ideologien opfern
Die Botschaften «Klimaschonend» und «Für unsere Repower» auf den Plakaten der Initianten sind irreführend und falsch. Warum?
Jedes Kilowatt installierter Leistung in einem Solar- oder Windkraftwerk benötigt ein Kilowatt installierter Leistung auf Basis einer Kraftwerktechnologie, welche unabhängig von Sonne und Wind Energie liefern kann. Die Initianten verschweigen diese Tatsache geflissentlich und unterlassen es zu erwähnen, dass Solar- und Windkraftwerke bei der Energielieferung Lücken lassen.
Deutschland zum Beispiel, welches den Atomausstieg vorantreibt und als grünes Wind- und Solarparadies gelobt wird, schliesst diese Lücken mit dem Bau von neuen gigantischen Kohlekraftwerken. Noch nie wurden in Deutschland so viele neue Kohlekraftwerke gebaut wie derzeit. Laut Wikipedia umfasst die Liste der sich im Bau befindenden beziehungsweise geplanten Werke deren 14. Offenbar werden gar stillgelegte alte Kohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen.
Und eben, auch Italien erzeugt einen Teil der Bandenergie mit Kohlekraft. Und es ist davon auszugehen, dass die Italiener trotz unserer Abstimmung dabei bleiben werden. Italien wird also mit oder ohne Repower weitere Kohlekraftwerke bauen.
Unserer Repower, welche bereits heute die Hälfte Ihrer Einkünfte in Italien erzielt, aus ideologischen Gründen das wichtige Italien-Geschäft zu verbieten, ist deshalb kurzsichtig und ändert nichts am zukünftigen italienischen CO2-Ausstoss. «Für unsere Repower» ist demnach wer Nein zur Initiative sagt.
Mario Cortesi, Chur

Was wollen wir wirklich?
Die Bündner Regierung und das Parlament befürworten gemeinsam einen Gegenvorschlag zur Initiative, der den Ausbau von Kohlekraftwerken, das heisst Alternativen zur Kernkraft, unter Bedingungen zulässt, die ich als zukunftsträchtig beurteile. Neue Kohlekraftwerke dürfen nur bewilligt werden, wenn sie erhebliche Verbesserungen in der Effizienz der Energiegewinnung beinhalten. So wird bei den Energieproduzenten alles Interessen daran bestehen, Technologien zu entwickeln, die eine solche Effizienzsteigerung möglich machen – und diese Verbesserungen werden mit grösster Wahrscheinlichkeit auch beim Betrieb von bestehenden Kohlekraftwerken eingesetzt. Damit kann der Gegenvorschlag meines Erachtens sogar zu einer längerfristigen Verbesserung der Umweltbelastung führen.
Einen ähnlichen Vorgang haben wir bei den CO2-Immissionen von Fahrzeugen erlebt. Der Anreiz zur Verbesserung der Technologie bei der Triebstoffverbrennung hat dort innert kürzester Zeit zu einer erheblichen Verminderung der Immissionen geführt. Heute sind die damals angestrebten tieferen CO2-Werte Europaweit Standard, können sogar dank technischen Entwicklungen laufend nach unten angepasst werden. Schliesslich haben wir damals auch nicht einfach das Autofahren verbieten wollen, weil damit Umweltbelastungen einhergehen.
Der Gegenvorschlag zur Kohleinitiative ist somit ein starker Anreiz zur Verbesserung im Bereich der Energiegewinnung aus Kohle.
Maria Meyer-Grass, Grossrätin, Klosters

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