Zwiespältiges Ergebnis der Repower 2016

Zum vierten Mal in Folge legt die Repower einen negativen Abschluss vor. Der Geschäftsbericht 2016 zeigt ein sehr schlechtes Ergebnis für das Segment Schweiz. In Italien war das Marktumfeld vorteilhafter, aber dort verharrt das seit Jahren teuer beworbene und vielgelobte Dienstleistungsgeschäft bei praktisch null Ertrag. Die neue Strategie des Energiekonzerns bleibt weitgehend ein Papiertiger. Kosten spart Repower beim Personal — nicht aber demjenigen auf der Teppichetage.

Ausgesprochen schlechtes Ergebnis in der Schweiz

Unter Berücksichtigung des konzerninternen Energiehandels war das Ergebnis des Bündner Energieunternehmens in der Schweiz besonders schlecht. Der Ertrag des Dienstleistungsgeschäfts war hierzulande erheblich, fiel aber um 9 Millionen bescheidener aus als 2015. 1

Organismo perfetto Werbespot von Repower Italien. Viel Anstrengung aber kein Ertrag aus dem viel umworbenen Dienstleistungsangebot von Repower Italien.
«Organismo perfetto..» Trotz viel Anstrengung verharrt der Ertrag aus Dienstleistungen in Italien weiter nahe bei null. | Werbespot der Repower.


Dienstleistungserträge in Italien weiter praktisch inexistent

Die Erträge aus der Energieproduktion führten in Italien, wo der Konzern den meisten Umsatz erwirtschaftet, zu einem vergleichsweise guten Ergebnis. Repower Italien beschäftigt über 100 Mitarbeitende und fast 600 Verkaufsberater. Es verursacht einen Betriebsaufwand (ohne Energie) von 78,3 Millionen. Dennoch gelang es dem Leiter des Italiengeschäfts wieder nicht, das Dienstleistungsgeschäft aufzubauen. Die Position, welche die Erträge aus Dienstleistungen beinhaltet, lag bereits im Jahre 2015 bei nur 2,2 Millionen Franken. Im vergangenen Jahr ging trotz teuren Werbekampagnen der Ertrag aus Dienstleistungen sogar auf 1,1 Millionen zurück. 2

Repower-Strategieumsetzung lässt auf sich warten

Über das im Zusammenhang mit der neuen Strategie abgegebene Versprechen, Strom in Zukunft sauber zu produzieren, steht im Geschäftsbericht nur: «Zudem prüft Repower die Veräusserung ihrer Strombezugsrechte aus Kernkraftwerk-Beteiligungsgesellschaften sowie des Gas-Kombikraftwerks Teverola in Italien.» Ausser dem Abstossen des Rumäniengeschäfts, dem Abholen von Subventionen und dem Personalabbau gibt es keinen nennenswerten Fortschritt bei der Strategieumsetzung. 3

Geschäftsleitung der Repower 2017, Fabio Bocchiola, Kurt Bobst, Brigitte Kapf, Felix Vontobel
Auf 4 Mitglieder reduziert und 3 Millionen Franken bezogen. | Geschäftsleitung von Repower 2017. Fabio Bocchiola, Kurt Bobst, Brigitte Krapf, Felix Vontobel (v.l.n.r.). Ausschnitt aus dem Geschäftsbericht der Repower 2016.
Positive Darstellung des Fast-Konkurses

Ins Berichtsjahr fiel der zweifellos gravierendste Vorfall in der Geschichte des Unternehmens. Der Energiekonzern, bis dahin der grosse energiewirtschaftliche Hoffnungsträger des Kantons Graubünden, musste nach Zürich teilausverkauft werden. Diese Folge der Beinahe-Illiquidität wird im Geschäftsbericht als erfolgreiche Kapitalerhöhung gewürdigt.

Gelobter Verkauf von vielgelobter Wasserkraft

Im Geschäftsjahr 2016 gab es einen weiteren Sündenfall derselben Art — wenn auch von geringerem Ausmass. Die Repower trat rund einen Sechstel ihrer Wasserkraftproduktion aus eigenen Werken bis 2085 — also für annähernd 70 Jahre — via die Repartner AG ans Unterland ab. Repower stellt den Vertrag als «grossen Erfolg» und «klares Bekenntnis zur erneuerbaren Bündner Wasserkraft» dar. Dies obschon der CEO Kurt Bobst im Zusammenhang mit der Publikation des Jahresabschlusses der Südostschweiz sagte: «Früher oder später werden wir mit der Wasserkraft aber wieder Geld verdienen. Davon bin ich fest überzeugt.» 4

Für die Geschäftsleitung stimmt das persönliche Ergebnis

Der Jahresabschluss stimmt hingegen auf der persönlichen Ebene — in der Chefetage: Kurt Bobst, der den Konzern beinahe in die Pleite geführt hätte, erhielt eine Gesamtvergütung von 722’690 Franken, davon 143’000 als Bonus. Die Gesamtvergütung betrug für die auf vier Mitglieder reduzierte Geschäftsleitung fast drei Millionen. Seit 2013 wird dagegen in den tieferen Etagen des Bündner Energiekonzerns gespart: Der Mitarbeiterbestand ging auch 2016 stark zurück, von 656 im 2015, auf 583 — ausser in Italien, wo die Zahl der Angestellten unverändert blieb, aber innerhalb eines Jahres 25% mehr Vertriebsagenten unter Vertrag genommen wurden. 5

Für den verkleinerten Verwaltungsrat stimmt es auch

Die Gesamtvergütung des Verwaltungsrats blieb unter dem Banker Pierin Vincenz als neuen Präsidenten praktisch unverändert, obschon das Gremium von 12 auf 8 Mitglieder reduziert wurde. Da stellt sich die Frage, ob diese Verwaltungsräte ihr Geld wert sind, wenn sie sich weiter den Realitäten verschliessen und die erfolglose Geschäftsleitung gewähren lassen, besonders in Italien.


Frühere Beiträge auf retropower.ch über die wirtschaftlichen Probleme und Herausforderungen der Repower sind:

  • Kann Repower das Italiengeschäft halten? (Ein kurzer Beitrag vom November 2015, Link)
  • Das Italiengeschäft der Repower reisst den Konzern in den Abgrund (Ein ausführlicher Artikel vom Juni 2016, Link)
  • Wasserkraft und Repower: in die nächste Sackgasse (Juli 2016, Link)

Anmerkungen
Anmerkung 1

Vgl. S. 108 des Geschäftsberichts, Segmentberichterstattung.

^ zurück zum Haupttext

Anmerkung 2

Selbst wenn die Wertaufholung des Gaskraftwerks ausgeblendet wird und wenn das Finanzergebnis teilweise dem Segment «Markt Italien» angelastet wird, bleibt das Italienergebnis im positiven Bereich (Segmentberichterstattung, Geschäftsbericht, S. 108). Die Postionen heissen in der Segmentberichterstattung «Betriebsaufwand (ohne Energie) – Dritte» (78,3 Millionen im 2016) bzw. «Übriger betrieblicher Ertrag – Dritte» (2,2 Millionen im 2016, die Position, welche die Erträge aus Dienstleistungen beinhaltet). Repower schrieb über die Stromproduktion in Italien: «Das Gas-Kombikraftwerk Teverola trug wesentlich zum guten Ergebnis der Produktion Italien bei und übertraf damit die Erwartungen. Dasselbe gilt für die drei Windparks Lucera, Corleto Perticara und Giunchetto, die mehr Strom erzeugten als in den Vorjahren.» (S. 19 des Geschäftsberichts). Retropower.ch berichtete hier über das gute Umfeld für Gaskraftwerke in Italien im vergangenen Jahr. Repower hat in Italien auch Zahlungsausstände im Wert von 22 Millionen Franken abgebucht. Gemäss der neuen CFO Brigitte Krapf, zitiert in der Südostschweiz vom 5. April 2017, erfolgte dies konsequenter als auch schon: «Wir haben nun alle überfälligen Forderungen zurückgestellt.»

Die Position, die Erträge aus Dienstleistungen beinhaltet, wird im Geschäftsbericht als «übriger betrieblicher Ertrag – Dritte» bezeichnet (S. 108). Obschon die Repower mit ihren Dienstleistungsangeboten in Italien nicht vom Fleck kommt, rückt sie der Konzern seit Jahren kommunikativ in den Vordergrund. Dabei spielen oft wohlklingende Bezeichnungen eine Rolle, wie zum Beispiel das Angebot für thermographische Aufnahmen namens VAMPA. In ihrer Medienmitteilung zum Konzernergebnis erschien der Repower diese Aktivität erwähnenswert: «Auch in Italien hat die LED-Technologie an Bedeutung gewonnen: Im Juli des vergangenen Jahres brachte Repower das Produkt DIODA auf den Markt und durfte bereits für über 70 Kunden herkömmliche Lampen durch energiesparende LED-Beleuchtungen ersetzen.» Wenn sie überhaupt ausreichend nachgefragt werden, ist Repower mit solch einfachen Dienstleistungen offenbar zu sehr in Konkurrenz zu kleinen lokalen Anbietern. Für die Zahlen vgl. Segmentberichterstattung auf S. 108 des Geschäftsberichts.

^ zurück zum Haupttext

Anmerkung 3

Bemerkung zur Strategieumsetzung, vgl. S. 28 des Geschäftsberichts.

^ zurück zum Haupttext

Anmerkung 4

Es handelt sich um 240 Gigawattstunden aus Kraftwerken im Prättigau (vgl. S. 8 des Geschäftsberichts). Repower hält 57% der Repartner AG selbst. Die meisten Minderheitsbeteiligten sind Schweizer Elektrizitätswerke im Unterland und in Liechtenstein. Repower produziert jährlich rund 660 GWh in eigenen Wasserkraftwerken. Die Aussage von Kurt Bobst, in der er seine Zuversicht über die positive wirtschaftliche Perspektive der Wasserkraft äussert, wurde in der Südostschweiz vom 5. April 2017 veröffentlicht. In derselben Ausgabe wurde auch der Vertrag mit der Repartner positiv gewürdigt. Die Südostschweiz schrieb dazu sehr korrekt, trotz des in Graubünden sensiblen Themas: «Repower ist es im vergangenen Jahr gelungen, die von ihr gegründete Repartner Produktions AG zu stärken. Der Bündner Energiekonzern und neun weitere an der Gesellschaft beteiligte Energieversorger schlossen gemeinsam einen langfristigen Energieliefervertrag ab.» Im Geschäftsbericht der Repower steht ausserdem: «Diese erfreuliche Erweiterung der Zusammenarbeit trug dazu bei, dass Repower ihre Longposition verringern konnte.» Der Widerspruch zu Kurt Bobsts Aussage als «klares Bekenntnis zur erneuerbaren Bündner Wasserkraft» wurde in Graubünden nach Wahrnehmung des Schreibenden nicht kritisch kommentiert.

Der faktische Verkauf von Wasserkraftwerken mag ökonomisch vernünftig sein, wie schon im vergangenen Jahr in einem Beitrag auf retropower.ch festgestellt wurde. Der Schreibende kritisiert den Vorgang nicht aus betriebswirtschaftlicher Perspektive. Ausserdem war dieser oder ein ähnlicher Schritt aufgrund von vielleicht bestehenden vertraglichen Abmachungen mit den Partnerwerken unumgänglich geworden, denn ursprünglich war vorgesehen gewesen, dass die Repartner überwiegend Strom aus dem von Repower damals geplanten Gaskraftwerk Leverkusen beziehen. Erstaunlich ist jedoch die positivistische und zum Teil widersprüchliche Kommunikation des Defakto-Verkaufs von Wasserkraftwerken durch die Repower. Noch erwähnenswerter ist die Gleichgültigkeit von Medien und Öffentlichkeit in Graubünden gegenüber dem Abtreten der Wasserkraft ans Unterland, während im Bergkanton immer wieder der feste Glaube an die Zukunft dieser Energie postuliert wird.

^ zurück zum Haupttext

Anmerkung 5

Seit 2012 (769 Mitarbeitende) erfolgt ein kontinuierlicher Abbau der Belegschaft. Zahlen von Mitarbeitern und Vertriebsberatern mit Entwicklung seit 2012: vgl. S. 6 des Geschäftsberichts.

^ zurück zum Haupttext

Der grosse Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit

Die Schweizer Stromkonzerne arbeiten schon lange daran, die Folgekosten der Atomkraftwerke auf den Bund abzuschieben. Ein besonders erwähnenswerter Aspekt ihres Vorgehens, die Arbeit der HNS-Lobbyisten für Alpiq, wurde schon beschrieben. Dieser Artikel behandelt einige weitere Aspekte.

Weil es um Beträge von unabsehbarer Höhe geht, wollen auch die Kantone und Städte, die hinter den Konzernen stecken, sich der finanziellen AKW-Altlast befreien. Es zeichnet sich ein Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit ab, wie er in der Schweizer Energiewirtschaft beispiellos ist. Deutschland hat den analogen Coup schon abgesegnet — unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In der Schweiz ist er sehr gut eingefädelt. Der grosse Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit weiterlesen

Public Affairs Kampagne läuft nach Plan von Dominique Reber für Alpiq

Die grossen Schweizer Stromkonzerne bereiten ihren ganz grossen Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit schon seit Jahren vor. Entgegen allen vorgehaltenen Versprechen soll der Bund die Folgekosten der Atomenergie tragen. Es kann dabei um mehr Geld gehen, als zur Rettung der UBS eingesetzt wurde. Die jüngsten Entwicklungen belegen: Obschon der Plan an die Öffentlichkeit gelangte und medial kommentiert wurde, läuft die Kampagne fast perfekt nach dem Drehbuch der Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Den Kampgnenplan für die Alpiq verfasst hat der Lobbyist Dominique Reber. Public Affairs Kampagne läuft nach Plan von Dominique Reber für Alpiq weiterlesen

Die ‚Organisierte Verantwortungslosigkeit‘ in den Schweizer Stromunternehmen

Gibt es Konsequenzen für die Manager und Verwaltungsräte, die ihre Stromkonzerne in die Krise steuerten? Erstaunlich selten und wenn, dann erstaunlich spät. Gibt es Konsequenzen für die Politiker, meistens Regierungsräte, welche die Aktionäre vertreten? Praktisch nie.

Das verwundert nicht, denn die Stromwirtschaft lebt das Prinzip der ‚Organisierten Verantwortungslosigkeit‘. Die ‚Organisierte Verantwortungslosigkeit‘ in den Schweizer Stromunternehmen weiterlesen

Repower Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Das Ende.

Wie aus einem Schreiben des italienischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung vom 18. November hervorgeht, hat am Tag zuvor die Repower Tochtergesellschaft SEI S.p.A. das Projektgesuch für das Kohlekraftwerk in Saline Joniche zurückgezogen. Das Ministerium hat in der Folge das Bewilligungsverfahren beendet, „archiviert“. Repower Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Das Ende. weiterlesen

Mario Cavigelli, Doris Leuthard und andere Wendehälse in der Sache Kohlestrom

Die Gegner der Initiative ‚Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie‘ betonen, die Schweiz würde bei einer etappierten und geplanten Stilllegung der Atomkraftwerke Dreckstrom aus dem Ausland beziehen. Die Initiative sei abzulehnen, da dies «schelmisch» und «scheinheilig» wäre, argumentierte der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli. Nur drei Jahre zuvor stand er für ein Kohlekraftwerk in Saline Joniche (Kalabrien) ein. Dieser Artikel erklärt das zwiespältige Verhalten von Exponenten wie Mario Cavigelli oder Bundesrätin Doris Leuthard im Vorfeld der Abstimmung um den geordneten Atomausstieg. Mario Cavigelli, Doris Leuthard und andere Wendehälse in der Sache Kohlestrom weiterlesen

Doris Leuthard, die Lügenministerin

Doris Leuthard, die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, agiert in der Debatte um die Initiative für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie wiederholt mit Lügen. Damit riskiert die ehemalige EGL (Axpo) Verwaltungsrätin (und das ehemalige Mitglied des Nuklearforums Schweiz) voraussichtlich gegen Ende ihrer Karriere als Bundesrätin ihre Glaubwürdigkeit. Wie sie das tut, wird in diesem Beitrag dargestellt. Doris Leuthard, die Lügenministerin weiterlesen

Kohlekraftwerk Saline Joniche: Repower Tochter SEI in Liquidation

An der regulären Generalversammlung im Mai 2016 wurde es angekündigt, an der ausserordentlichen vom Juni erneut gesagt: Die Liquidation der Projektgesellschaft für das Kohlekraftwerk Saline Joniche, an der die Repower 57,5% hält, wurde beschlossen. Die Medien Graubündens ignorierten jedoch den Sachverhalt bisher fast komplett. Das italienische Handelsregister lässt nun keinen Zweifel mehr offen: Die SEI ist in Liquidation. Die Behauptung des Bündner Stromkonzerns, dadurch mit dem Bewilligungsgesuch für das Kraftwerk und der Klage gegen die kalabrischen Aktivisten nichts mehr zu tun zu haben, ist jedoch falsch. Kohlekraftwerk Saline Joniche: Repower Tochter SEI in Liquidation weiterlesen

Wasserkraft und Repower: in die nächste Sackgasse

Bei der Diskussion um das Debakel des Bündner Stromkonzerns geht bisher unter, dass die Repower, objektive Probleme ignorierend, mit einiger Wahrscheinlichkeit von einer Sackgasse in die nächste manövriert wird. Die grössten aktuellen Probleme und Risiken, der Energiegrosshandel und das Italiengeschäft, bleiben bisher unangetastet. Der neue Fokus auf die Wasserkraft, bietet keine Gewähr für die Zukunft, jedenfalls nicht langfristig, das zeichnet sich schon jetzt ab. Es könnte schwierig werden, den Kurs schon bald erneut zu wechseln, denn mit einem grösseren und stärker diversifizierten Kartell der Grossaktionäre wird der Konzern noch träger. Wasserkraft und Repower: in die nächste Sackgasse weiterlesen

Fabio Bocchiola, Chef von Repower Italien, prozessiert gegen Anti-Kohle Aktivisten in Kalabrien

Auf heute, 18. Juli, 12.00 Uhr, ist der Prozess gegen Noemi Evoli, Paolo Catanoso und Domenico La Rosa angesetzt, drei Gegner von Repowers Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Fabio Bocchiola, der Leiter von Repower Italien, hat im April 2014 — also mehr als ein halbes Jahr nach der Annahme der Volksinitiative «Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft» in Graubünden — im Namen der Kraftwerk-Projektgesellschaft SEI S.p.A. Anklage gegen vier Aktivisten erhoben. Die SEI, die gemäss jüngeren Angaben der Repower liquidiert werden soll, verlangt vier Millionen Euro Schadenersatz wegen Rufschädigung, besonders wegen satirischer Darstellungen, die sich gegen Bocchiola richten. 1 Fabio Bocchiola, Chef von Repower Italien, prozessiert gegen Anti-Kohle Aktivisten in Kalabrien weiterlesen

Kohlekraftwerke sterben nicht. Sie werden getötet.


Der ehemalige Präsident des Verwaltungsrats der Repower, Eduard Rikli, behauptete am 11. Juni 2016 in der Südostschweiz, das Unternehmen hätte auch ohne Widerstand von Umweltschützern auf den Bau der geplanten Kohlekraftwerke verzichtet. Das ist falsch. Das Ende solcher Bauprojekte ist das Ergebnis beharrlicher Arbeit von Umweltschützern.  Kohlekraftwerke sterben nicht. Sie werden getötet. weiterlesen

Ist die Kehrtwende der Repower ein leeres Versprechen?

Die Repower plant den Verkauf ihres Gaskraftwerks und ihrer Atomkraft-Beteiligungen. Das Bündner Energieunternehmen würde damit zum grössten schweizerischen Energieunternehmen, das Strom ausschliesslich aus erneuerbarer Energie produziert. Solange das Unternehmen mit dem Kohlekraftwerk in Saline Joniche in Verbindung steht, bleibt Repowers Kehrtwende unglaubwürdig. Das Energieunternehmen hat bisher alle Versprechen, aus dem Projekt auszusteigen, gebrochen. Auch die Behauptung, die Projektgesellschaft SEI werde aufgelöst, bleibt neblig. Bisher weist kein objektives Anzeichen auf eine Liquidation hin. Weiterhin klagt Repowers Italienchef Fabio Bocchiola im Namen der SEI gegen Kraftwerksgegner in Kalabrien. Wird diese Klage nicht zurückgezogen, kann die Gesellschaft noch lange nicht aufgelöst werden. Warum das Bewilligungsgesuch für das Kohlekraftwerk nicht zurückgezogen wird, ist mysteriös.
Ist die Kehrtwende der Repower ein leeres Versprechen? weiterlesen

Die unbeantworteten Fragen an die Repower. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 3

An der Generalversammlung 2015 wurden eine Reihe von Fragen gestellt. Der nun nicht mehr zur Wiederwahl stehende Eduard Rikli äusserte sich zu einigen wenigen der Fragen. Zu den anderen stellte er in Aussicht, er werde sie im Anschluss an den offiziellen Teil der Versammlung mündlich im direkten Gespräch beantworten, da das Publikum den Erörterungen nicht folgen könnte. Das ist nicht geschehen, bis heute nicht, trotz wiederholter Nachfrage. Das Verweigern von Antworten war ein Kennzeichen der Repower unter dem scheidenden Präsidenten Eduard Rikli, genauso wie es das Bestreiten von eigentlich unbestreitbaren Sachverhalten war. Die unbeantworteten Fragen betreffen Fehlverhalten von Repower im Zusammenhang mit dem Geschäft in Italien.   Die unbeantworteten Fragen an die Repower. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 3 weiterlesen

Das Italiengeschäft der Repower reisst den Konzern in den Abgrund

Repowers angestammtes Geschäft ist noch knapp positiv — oder knapp negativ. Das Auslandgeschäft, besonders das Segment Italien, ist jedoch tiefrot und droht den ganzen Konzern in den Abgrund zu reissen. Dies ist aus einer Analyse des Geschäftsberichts 2016 zu schliessen. Das ist keine gute Nachricht, denn es ist davon auszugehen, dass erstens alle der nunmehr vier Grossaktionäre gerade der neuen Unternehmensstrategie zugestimmt haben und, dass zweitens weiterhin jeder Grossaktionär ein Vetorecht gegen Änderungen der strategischen Ausrichtung hat. Das Italiengeschäft könnte darum für die Repower zur Fallgrube werden.  Das Italiengeschäft der Repower reisst den Konzern in den Abgrund weiterlesen

Bailout der maroden Repower durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ werden sich gemäss einer Medienmitteilung von heute durch eine Kapitalerhöhung an der am Abgrund stehenden Bündner Repower beteiligen und dafür einen hohen Preis bezahlen. Die Motive sind unklar.  Bailout der maroden Repower durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ weiterlesen

Repower zuerst illiquid (NZZ, Independent Credit View, Studie)

Gestern, 22. Mai 2016, erschien in der NZZ am Sonntag ein Artikel mit den Titel Stromkonzernen steht das Wasser bis zum Hals. Der Autor ist Marco Metzler. Darin heisst es, von Alpiq, Axpo und Repower werde die letzgenannte zuerst illiquid. Der Artikel folgte auf eine Studie, die der Vorgehensempfehlung des Lobbyisten Dominique Reber von Hirzel.Nef.Schmid.Konsulenten entspricht. Das Vorgehen soll die Übernahme der Atomkraftwerke durch den Bund bewirken. Rebers Empfehlung war unbeabsichtigt in die Medien gelangt. Repower zuerst illiquid (NZZ, Independent Credit View, Studie) weiterlesen

Comprerà China Power il progetto centrale di pompaggio della Repower a Campolattaro?

Secondo il portale online Il Quaderno, una grande impresa cinese è interessata alla diga di Campolattaro. Sembra che Repower stia cercando di rendere gradevole il suo progetto per una centrale di pompaggio a Campolattaro alla China Power. Questo nonostante l’impianto di stoccaggio non stia economicamente in piedi, e neanche sia più interessante di una nuova centrale a carbone. Repower potrebbe addiritura cercare di spingere i cinesi ad investire anche nella centrale a carbone di Saline Joniche.  Comprerà China Power il progetto centrale di pompaggio della Repower a Campolattaro? weiterlesen

Will China Power take over Repower’s pumped storage project in Campolattaro?

According to the online news site Il Quaderno, Grisons‘ utility Repower met with representatives from China Power and the local administration. It seems Repower seeks to render its pumped storage project Campolattaro palatable for China Power. This comes despite the fact that the pumped storage plant is not economically viable. In Italy, a pumped storage might even be a less interesting business case than a new coal power plant. Repower might also try to sell its failed coal power project in Calabria to Chinese investors.
Will China Power take over Repower’s pumped storage project in Campolattaro? weiterlesen

Geht das Pumpspeicherprojekt der Repower in Campolattaro an China Power?

Aus einem Bericht des regionalen Newsportal Il Quaderno zu schliessen, macht Repower das Pumpspeicherprojekt Campolattaro der China Power schmackhaft. Dabei ist ein Pumpspeicherkraftwerk auch in Italien unwirtschaftlich und vielleicht noch weniger erfolgsversprechend als die Produktion von Strom aus Kohle. Die Repower könnte versucht sein, auch das von ihr in Kalabrien projektierte Kohlekraftwerk chinesischen Investoren anzudrehen.
Geht das Pumpspeicherprojekt der Repower in Campolattaro an China Power? weiterlesen

Repower: Durch Ideologie am Abgrund

Gemäss Repower liegt die Schuld an der Krise des Unternehmens bei Deutschland und Italien mit ihrer Förderung der erneuerbaren Energie und dem Euro/Franken-Kurs — und neu sind auch die Kohlekraftwerke der anderen Energieunternehmen schuld. Der Opposition gegen die Kohlekraftwerke, die Repower wie kein anderes vergleichbares Unternehmen selbst verursachen wollte, wurde eine ideologische Haltung unterstellt. Versagen wegen falscher Ideologie oder gar Schuld bei sich selbst zu erkennen, liegt den Verantwortlichen bei Repower fern. Dieser Kommentar zum Bericht «Repower: Krise ist selbstverschuldet» beleuchtet, mit welcher Geisteshaltung die Repower-Führung das Unternehmen in die Krise steuerte.  Repower: Durch Ideologie am Abgrund weiterlesen

Repower: Krise ist selbstverschuldet

Nach bereits zwei verlustreichen Vorjahren wies Repower im ersten Semester 2015 einen Verlust von 108 Millionen Franken aus. Die Exponenten der Bündner Repower und der Regierungsrat des Kantons betonen, die Krise des Konzerns sei durch die tiefen Strompreise und den hohen Frankenkurs bedingt. Hauptschuldige sind jedoch der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung. Sie haben mit gescheiterten Investitionen seit 2008 Werte von über 300 Millionen Franken in den Sand gesetzt. Das Geld fehlt nun für die Neuausrichtung des Konzerns. Statt dass die Regierung Graubündens für eine Richtungsänderung personelle Wechsel vornimmt, verlangt der Kanton beim Bund Subventionen. Repower: Krise ist selbstverschuldet weiterlesen

Kann Repower das Italiengeschäft halten?

Repowers Entwicklung ist in Italien stark rückläufig. Alle Ertragskennzahlen waren in der ersten Jahreshälfte 2015 tiefrot. Um den Konzern durchzubringen oder sogar in seiner Notlage neu auszurichten, wird Repower verkaufen müssen, was Repower verkaufen kann — und was der Kanton Graubünden zur Veräusserung zulässt. Dazu könnte das aufwändig aufgebaute Italiengeschäft des Bündner Energieunternehmens gehören. Allerdings ist zweifelhaft, ob sich mit der Veräusserung des Geschäftsbereichs Cash generieren lässt.  Kann Repower das Italiengeschäft halten? weiterlesen

Beschönigendes Zeugnis für Repower

Die Schweizerische Energiestiftung SES verglich den Strommix des Jahres 2014 der vier grössten Energieunternehmen und stellt der Repower „kein gutes Zeugnis“ aus, wie die Südostschweiz 28. Juli schrieb. Der Grund: Die Repower produzierte im letzten Jahr 22 Prozent ihres Stroms aus klimaschädlichem Erdgas und belegt damit den „2. Platz im Sündenregister“ der Stiftung. Diese Einschätzung fiel für Repower jedoch vorteilhaft aus, denn das Gaskraftwerk der Repower lief nicht wie geplant.  Beschönigendes Zeugnis für Repower weiterlesen

Repower: Statement against coal power included in Grisons‘ constitution

Today, in a second and final vote, Switzerland’s alpine region Grisons approved what has been referred to as the „anti-coal referendum“. Grisons‘ decision stipulates a constitutional amendment banning investments in coal power projects by companies that are co-owned by Grisons, such as Repower. In the southernmost part of the Italian peninsula, Repower’s subsidiary SEI S.p.A. plans the construction of a coal power plant with 1.3 gigawatts capacity. Repower will withdraw from this project before the end of this year — a promise the utility made already in 2013 after voters approved the referendum a first time. Although the result of today’s vote is therefore factually irrelevant, 81% of Grisons voters supported the referendum.
Repower: Statement against coal power included in Grisons‘ constitution weiterlesen

Anti-Kohle Initiative angenommen, Retropower.ch online

Die Bündner Stimmbürger haben heute in einer zweiten und letzten Abstimmung die Anti-Kohle Initiative gutgeheissen. Ein Investitionsverbot in Kohlekraftwerke durch Unternehmen, an denen der Kanton beteiligt ist, wird nun in der Verfassung verankert. Die Entscheidung fiel deutlich aus, obschon Repower als Folge der ersten Abstimmung 2013 bereits versprach, nicht in Kohlekraftwerke zu investieren. Das Energieunternehmen, ist mehrheitlich im Besitz des Kantons. Es soll bis zum Ende dieses Jahres aus dem Projekt in Kalabrien auszusteigen. In Saline Joniche, ganz im Süden der italienichen Halbinsel, projektiert Repowers Tochterfirma SEI S.p.A ein Steinkohlekraftwerk mit 1,3 Gigawatt Produktionskapazität.
Anti-Kohle Initiative angenommen, Retropower.ch online weiterlesen

Leugnen von Fehlverhalten. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 2

An der Generalversammlung der Repower 2015 wurde die Manipulation der Medien und der Generalversammlung bekannt gemacht, die im Vorjahr stattgefunden hatte. Verschiedene Medien Graubündens berichteten — ohne jedoch den genauen Ablauf der Vorfälle zu beschreiben. Die von den Medien festgehaltenen Erklärungen der Verwaltungsräte Eduard Rikli und Martin Schmid sowie von Regierungsrat Mario Cavigelli zeigen, wie sehr sich das Bündner Energieunternehmen weiterhin den Realitäten verschliesst. Die obersten Verantwortlichen der Repower leugneten die Manipulation. Auch die Verstrickung des Unternehmens mit der Mafia in Kalabrien wird weiterhin konsequent geleugnet.

-> Weiterlesen, auf klimaatelier.ch, wo der Beitrag zuerst erschien.

Lügen und verleumden. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 1

Das Bündner Energieunternehmen Repower manipulierte die Generalversammlung und desinformierte die Medien. Dies wurde anlässlich der Generalversammlung von heute (29. April 2015) bekannt. Für Repower ist es nicht das erste Vorkommnis zweifelhafter Art und ereignete sich trotz einer früheren Mahnung des damaligen Bündner Regierungsrats und heutigen Ständrats Martin Schmid, Praktiken wie Desinformation könnten nicht geduldet werden. Schmid vertritt seit 2008 den Kanton im leitenden Gremium des Verwaltungsrats der Repower. Das Fehlverhalten fand an der Generalversammlung des Vorjahrs statt und erfolgte durch Kaderleute des Bündner Energiekonzerns. Ihr Vorgehen könnte rechtliche Konsequenzen haben.

-> Weiterlesen, auf klimaatelier.ch, wo der Beitrag zuerst erschien.

Die unerfreuliche Seite der Schweizer Energiewirtschaft ist der Repower gewidmet.