Alle Beiträge von Peter Vogelsanger

Credit Suisse verschlechtert das Klima

Die Credit Suisse spricht gerne darüber, wie ernst sie den Klimawandel nimmt, recycelt Papier, macht Videokonferenzen und kompensiert Flüge mittels Klima-Ablasshandel. Mit ihrem eigentlichen Geschäft, heizt sie derweil das Klima an — und das zählt.

Die Pariser Klimakonferenz hat festgehalten, dass die CO2-Emissionen in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts weltweit auf Null gehen müssen. Dies bedeutet, dass keine längerfristig aktive CO2-Infrastruktur mehr gebaut werden soll und also auch nicht mehr finanziert werden soll.

Null Emissionen bedeutet auch das Ende der Kompensationsidee, dem Ablasshandelsgeschäft, mit dem manche so tun, als ob sie ihre Emissionen ungeschehen machen könnten, wenn andere weniger emittieren. Seit 2010, so brüstet sich die Credit Suisse auf ihrer Klima-Seite, sei die Grossbank an all ihren Standorten weltweit «treibhausgasneutral».

Bild einer Filiale der Credit Suisse mit Schriftzug «Credit Suisse», ergänzt um: «Wir heizen dem Klima ein.»
Die Credit Suisse finanziert weiterhin im grossen Stil langlebige CO2-intensive Infrastruktur. | Filiale der Grossbank mit Ergänzung «Wir heizen dem Klima ein.» (Fotomontage)

Das Engagement einer Grossbank im Klimabereich misst sich aber weder an Lippenbekenntnissen noch an vergleichsweise irrelevanten, selbstzentrierten Handlungen. Es misst sich einerseits:

  • an den Beschränkungen, die sich die Bank bei der Finanzierung von langlebiger fossiler Infrastruktur auferlegt.

Und andererseits misst sich das (verkehrte) Klima-Engagement:

  • in Millionen oder Milliarden, welche die Bank in langlebige fossiler Projekte steckt.
Credit Suisse: Cash Service für Projekte, die das Klima ruinieren.
Mit ihrer Kommunikation über Klimawandel bietet sich die Credit Suisse der fossilen Industrie geradezu an. | Fotomontage.

Sectoral guidelines aber corporate finance

Die Credit Suisse verzichtet gemäss ihren internen Sektor-Richtlinien weiterhin nicht auf die Finanzierung von Kohlekraftwerken. Die Bank bekräftigt sogar ihren Glauben an die Zukunft der Kohlekraft — natürlich auch gegenüber potenziellen Investoren: Kohlekraftwerke seien noch bis in «absehbare Zukunft» in Betrieb, schreibt die Credit Suisse, dies obschon Kohlekraftwerke unter verschiedenen Energieoptionen «oft als besonders umweltschädlich angesehen» würden — als ob die Schädlichkeit von Kohlekraftwerken Ansichtssache wäre. 1

Schriftzug «Credit Suisse» mit Zusatz: «Wir lassen das Eis schmelzen. Weltweit.»
Pipelines und Kohlekraftwerke willkommen. Mit ihrer Kommunikation über Klimawandel spricht die Credit Suisse Investoren an, die Finanzen für fossile Infrastrukturprojekte suchen. | Fotomontage.

Nur gerade in OECD-Ländern mit hohem Einkommen will die Credit Suisse keine neuen Kohlekraftwerke mehr finanzieren, und auch dort lässt sie sich die Hintertür weit offen, die Banken fast systematisch aus Haupteingang benutzen: Geld von der Credit Suisse kann somit weiterhin sogar für Kohlekraftwerke in sehr reichen Ländern verwendet werden, ausser ein bestimmter Kredit ist mehrheitlich dafür bestimmt. 2

Zwei winzig kleine Schritte in die richtige Richtung hat die Credit Suisse im letzten Jahr immerhin gemacht. Sie schloss endlich in ihren Sektorrichtlinien die Finanzierung von Mountain Top Removal Mining aus, eine sehr umstrittene Bergbaupraxis, die aber ohnehin am verschwinden wird, weil sie auch rein wirtschaftlich nicht mehr mithält.

Credit Suisse ruiniert das Klima. Schriftzug. Fotomontage.
Langlebige CO2-intensive Anlagen — Kohleminen und -kraftwerke, Pipelines, LNG-Terminals —ruinieren das Klima. Die Credit Suisse finanziert sie. | Fotomontage.
Keine neuen Minen für Kraftwerkskohle !?

Auch komplett neue Minen für Kraftwerkskohle will die Credit Suisse nicht mehr finanzieren — zumindest nicht, wenn das Geld offiziell in die Projekte fliesst. Allerdings: Begann der Review Prozess vor dem Erlass der Richtlinie, soll die Finanzierung von neuen Kohleminen dennoch möglich sein.

Genau das könnte bezüglich der Mine bei Amasra der Fall sein, einem Unesco Welterbe-Ort an der türkischen Schwarzmeerküste. Seit 12 Jahren bekämpfen die Anwohner dieses Projekt, dessen Finanzierung die Credit Suisse nun dennoch prüft.

Ausserdem: Wenn das gesprochene Geld nicht mehrheitlich in die Eröffnung einer neuen Mine für Kraftwerkskohle bestimmt ist, sondern nur zum Teil: kein Problem. Das Geld kann dennoch fliessen und die Mine finanzieren.

Damit liegt das Kernproblem mit den Sektorrichtlinien blank: Die Banken finanzieren ohnehin nur bescheiden Projekte direkt und die scheinbare Selbstbeschränkung mittels Richtlinien wird zum Feigenblatt. Meistens werden die Projekte einfach via die beteiligten Unternehmen finanziert, welche die Kredite für ihre allgemeine Geschäftstätigkeit erhalten. Die Sektor-Richtlinien sind darum schnell einmal irrelevant — genau wie bei neuen Kohlekraftwerken, sogar in OECD-Ländern mit hohem Einkommen (vgl. weiter oben). Die traditionelle, durch die Gesetzgebung gestützte Verschwiegenheit der Branche leistet ein Übriges.

Die Credit Suisse und die Dakota Access Pipeline

Exemplarisch zeigt sich dieses Problem an der DAPL, der Dakota Access Pipeline, dem zur Zeit weltweit umstrittensten Projekt für langlebige fossile Infrastruktur.

Strassenprotest mit Frontbanner: Stop Dakota Access Pipeline
Weltweit gab es unzählige Proteste gegen den Bau der Dakota Access Pipeline DAPL. Die Credit Suisse finanziert kräftig mit.

Die Credit Suisse behauptete zuerst, in keiner Weise am Pipeline Projekt beteiligt zu sein. Das war anfangs Dezember 2016, gegenüber Greenpeace gewesen. Und sogar gegenüber den Medien behauptete es die Grossbank: «Die Credit Suisse ist nicht an der Projektfinanzierung der Dakota-Access-Pipeline beteiligt. In diesem Zusammenhang erhobene Vorwürfe sind falsch und werden von der Bank entschieden zurückgewiesen.»

Kurz darauf korrigierte sich die Bank gegenüber der Umweltorganisation und räumte schriftlich ein, dass sie schon 2015 als «Joint Arranger» eines 850 Millionen USD-Kredits agiert hatte und dabei selbst 52 Millionen beisteuerte. Das Geld ging an die Energy Transfer Equity, die Hauptbesitzerin der Pipeline.

Damit aber nicht genug. Während das Engagement der Credit Suisse betreffend DAPL bereits heiss öffentlich diskutiert wurde, betätigte sich die Bank erneut als Kreditvermittlerin bei Vergaben über ingesamt 2,7 Milliarden US-Dollar an die DAPL-Firmen Energy Transfer Partners und Energy Transfer Equity und gewährte deren Tochter, der Sunoco Logistics, einen Kontokorrentkredit von 50 Millionen.

Systematisch Milliarden für extreme fossile Projekte

Zwischen 2013 und 2015 gewährte die Credit Suisse Milliarden an Firmen die in den Bereichen Kohlebergbau (1,98 Mrd.), Kohlekraftwerke (5,14 Mrd.), extreme Ölförderung (4,86 Mrd.) tätig sind oder Erdgasterminals bauen, die in den USA zur Verschiffung von Erdgas aus Fracking-Operationen dienen (9 Mrd.). Für eine Bank vom Kaliber der Credit Suisse sind das Spitzenwerte. 3

Heute ist die Generalversammlung der Credit Suisse. Wir werden sehen, ob die Bank sich in Richtung Verantwortungsbewusstsein entwickelt und das Klimaproblem ernst nimmt.

Es bleibt zu hoffen, dass es dabei nicht nur um die horrenden Saläre, Boni und Honorare von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat geht, denn ohne Druck wird sich die Grossbank kaum zu effektivem Klimaschutz bewegen lassen.

Anmerkungen

Zwiespältiges Ergebnis der Repower 2016

Zum vierten Mal in Folge legt die Repower einen negativen Abschluss vor. Der Geschäftsbericht 2016 zeigt ein sehr schlechtes Ergebnis für das Segment Schweiz. In Italien war das Marktumfeld vorteilhafter, aber dort verharrt das seit Jahren teuer beworbene und vielgelobte Dienstleistungsgeschäft bei praktisch null Ertrag. Die neue Strategie des Energiekonzerns bleibt weitgehend ein Papiertiger. Kosten spart Repower beim Personal — nicht aber demjenigen auf der Teppichetage. Zwiespältiges Ergebnis der Repower 2016 weiterlesen

Der grosse Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit

Die Schweizer Stromkonzerne arbeiten schon lange daran, die Folgekosten der Atomkraftwerke auf den Bund abzuschieben. Ein besonders erwähnenswerter Aspekt ihres Vorgehens, die Arbeit der HNS-Lobbyisten für Alpiq, wurde schon beschrieben. Dieser Artikel behandelt einige weitere Aspekte.

Weil es um Beträge von unabsehbarer Höhe geht, wollen auch die Kantone und Städte, die hinter den Konzernen stecken, sich der finanziellen AKW-Altlast befreien. Es zeichnet sich ein Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit ab, wie er in der Schweizer Energiewirtschaft beispiellos ist. Deutschland hat den analogen Coup schon abgesegnet — unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In der Schweiz ist er sehr gut eingefädelt. Der grosse Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit weiterlesen

Public Affairs Kampagne läuft nach Plan von Dominique Reber für Alpiq

Die grossen Schweizer Stromkonzerne bereiten ihren ganz grossen Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit schon seit Jahren vor. Entgegen allen vorgehaltenen Versprechen soll der Bund die Folgekosten der Atomenergie tragen. Es kann dabei um mehr Geld gehen, als zur Rettung der UBS eingesetzt wurde. Die jüngsten Entwicklungen belegen: Obschon der Plan an die Öffentlichkeit gelangte und medial kommentiert wurde, läuft die Kampagne fast perfekt nach dem Drehbuch der Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Den Kampgnenplan für die Alpiq verfasst hat der Lobbyist Dominique Reber. Public Affairs Kampagne läuft nach Plan von Dominique Reber für Alpiq weiterlesen

Die ‚Organisierte Verantwortungslosigkeit‘ in den Schweizer Stromunternehmen

Gibt es Konsequenzen für die Manager und Verwaltungsräte, die ihre Stromkonzerne in die Krise steuerten? Erstaunlich selten und wenn, dann erstaunlich spät. Gibt es Konsequenzen für die Politiker, meistens Regierungsräte, welche die Aktionäre vertreten? Praktisch nie.

Das verwundert nicht, denn die Stromwirtschaft lebt das Prinzip der ‚Organisierten Verantwortungslosigkeit‘. Die ‚Organisierte Verantwortungslosigkeit‘ in den Schweizer Stromunternehmen weiterlesen

Repower Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Das Ende.

Wie aus einem Schreiben des italienischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung vom 18. November hervorgeht, hat am Tag zuvor die Repower Tochtergesellschaft SEI S.p.A. das Projektgesuch für das Kohlekraftwerk in Saline Joniche zurückgezogen. Das Ministerium hat in der Folge das Bewilligungsverfahren beendet, „archiviert“. Repower Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Das Ende. weiterlesen

Mario Cavigelli, Doris Leuthard und andere Wendehälse in der Sache Kohlestrom

Die Gegner der Initiative ‚Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie‘ betonen, die Schweiz würde bei einer etappierten und geplanten Stilllegung der Atomkraftwerke Dreckstrom aus dem Ausland beziehen. Die Initiative sei abzulehnen, da dies «schelmisch» und «scheinheilig» wäre, argumentierte der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli. Nur drei Jahre zuvor stand er für ein Kohlekraftwerk in Saline Joniche (Kalabrien) ein. Dieser Artikel erklärt das zwiespältige Verhalten von Exponenten wie Mario Cavigelli oder Bundesrätin Doris Leuthard im Vorfeld der Abstimmung um den geordneten Atomausstieg. Mario Cavigelli, Doris Leuthard und andere Wendehälse in der Sache Kohlestrom weiterlesen

Doris Leuthard, die Lügenministerin

Doris Leuthard, die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, agiert in der Debatte um die Initiative für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie wiederholt mit Lügen. Damit riskiert die ehemalige EGL (Axpo) Verwaltungsrätin (und das ehemalige Mitglied des Nuklearforums Schweiz) voraussichtlich gegen Ende ihrer Karriere als Bundesrätin ihre Glaubwürdigkeit. Wie sie das tut, wird in diesem Beitrag dargestellt. Doris Leuthard, die Lügenministerin weiterlesen

Kohlekraftwerk Saline Joniche: Repower Tochter SEI in Liquidation

An der regulären Generalversammlung im Mai 2016 wurde es angekündigt, an der ausserordentlichen vom Juni erneut gesagt: Die Liquidation der Projektgesellschaft für das Kohlekraftwerk Saline Joniche, an der die Repower 57,5% hält, wurde beschlossen. Die Medien Graubündens ignorierten jedoch den Sachverhalt bisher fast komplett. Das italienische Handelsregister lässt nun keinen Zweifel mehr offen: Die SEI ist in Liquidation. Die Behauptung des Bündner Stromkonzerns, dadurch mit dem Bewilligungsgesuch für das Kraftwerk und der Klage gegen die kalabrischen Aktivisten nichts mehr zu tun zu haben, ist jedoch falsch. Kohlekraftwerk Saline Joniche: Repower Tochter SEI in Liquidation weiterlesen

Wasserkraft und Repower: in die nächste Sackgasse

Bei der Diskussion um das Debakel des Bündner Stromkonzerns geht bisher unter, dass die Repower, objektive Probleme ignorierend, mit einiger Wahrscheinlichkeit von einer Sackgasse in die nächste manövriert wird. Die grössten aktuellen Probleme und Risiken, der Energiegrosshandel und das Italiengeschäft, bleiben bisher unangetastet. Der neue Fokus auf die Wasserkraft, bietet keine Gewähr für die Zukunft, jedenfalls nicht langfristig, das zeichnet sich schon jetzt ab. Es könnte schwierig werden, den Kurs schon bald erneut zu wechseln, denn mit einem grösseren und stärker diversifizierten Kartell der Grossaktionäre wird der Konzern noch träger. Wasserkraft und Repower: in die nächste Sackgasse weiterlesen

Fabio Bocchiola, Chef von Repower Italien, prozessiert gegen Anti-Kohle Aktivisten in Kalabrien

Auf heute, 18. Juli, 12.00 Uhr, ist der Prozess gegen Noemi Evoli, Paolo Catanoso und Domenico La Rosa angesetzt, drei Gegner von Repowers Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Fabio Bocchiola, der Leiter von Repower Italien, hat im April 2014 — also mehr als ein halbes Jahr nach der Annahme der Volksinitiative «Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft» in Graubünden — im Namen der Kraftwerk-Projektgesellschaft SEI S.p.A. Anklage gegen vier Aktivisten erhoben. Die SEI, die gemäss jüngeren Angaben der Repower liquidiert werden soll, verlangt vier Millionen Euro Schadenersatz wegen Rufschädigung, besonders wegen satirischer Darstellungen, die sich gegen Bocchiola richten. 1 Fabio Bocchiola, Chef von Repower Italien, prozessiert gegen Anti-Kohle Aktivisten in Kalabrien weiterlesen

Kohlekraftwerke sterben nicht. Sie werden getötet.


Der ehemalige Präsident des Verwaltungsrats der Repower, Eduard Rikli, behauptete am 11. Juni 2016 in der Südostschweiz, das Unternehmen hätte auch ohne Widerstand von Umweltschützern auf den Bau der geplanten Kohlekraftwerke verzichtet. Das ist falsch. Das Ende solcher Bauprojekte ist das Ergebnis beharrlicher Arbeit von Umweltschützern.  Kohlekraftwerke sterben nicht. Sie werden getötet. weiterlesen

Ist die Kehrtwende der Repower ein leeres Versprechen?

Die Repower plant den Verkauf ihres Gaskraftwerks und ihrer Atomkraft-Beteiligungen. Das Bündner Energieunternehmen würde damit zum grössten schweizerischen Energieunternehmen, das Strom ausschliesslich aus erneuerbarer Energie produziert. Solange das Unternehmen mit dem Kohlekraftwerk in Saline Joniche in Verbindung steht, bleibt Repowers Kehrtwende unglaubwürdig. Das Energieunternehmen hat bisher alle Versprechen, aus dem Projekt auszusteigen, gebrochen. Auch die Behauptung, die Projektgesellschaft SEI werde aufgelöst, bleibt neblig. Bisher weist kein objektives Anzeichen auf eine Liquidation hin. Weiterhin klagt Repowers Italienchef Fabio Bocchiola im Namen der SEI gegen Kraftwerksgegner in Kalabrien. Wird diese Klage nicht zurückgezogen, kann die Gesellschaft noch lange nicht aufgelöst werden. Warum das Bewilligungsgesuch für das Kohlekraftwerk nicht zurückgezogen wird, ist mysteriös.
Ist die Kehrtwende der Repower ein leeres Versprechen? weiterlesen

Die unbeantworteten Fragen an die Repower. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 3

An der Generalversammlung 2015 wurden eine Reihe von Fragen gestellt. Der nun nicht mehr zur Wiederwahl stehende Eduard Rikli äusserte sich zu einigen wenigen der Fragen. Zu den anderen stellte er in Aussicht, er werde sie im Anschluss an den offiziellen Teil der Versammlung mündlich im direkten Gespräch beantworten, da das Publikum den Erörterungen nicht folgen könnte. Das ist nicht geschehen, bis heute nicht, trotz wiederholter Nachfrage. Das Verweigern von Antworten war ein Kennzeichen der Repower unter dem scheidenden Präsidenten Eduard Rikli, genauso wie es das Bestreiten von eigentlich unbestreitbaren Sachverhalten war. Die unbeantworteten Fragen betreffen Fehlverhalten von Repower im Zusammenhang mit dem Geschäft in Italien.   Die unbeantworteten Fragen an die Repower. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 3 weiterlesen

Das Italiengeschäft der Repower reisst den Konzern in den Abgrund

Repowers angestammtes Geschäft ist noch knapp positiv — oder knapp negativ. Das Auslandgeschäft, besonders das Segment Italien, ist jedoch tiefrot und droht den ganzen Konzern in den Abgrund zu reissen. Dies ist aus einer Analyse des Geschäftsberichts 2016 zu schliessen. Das ist keine gute Nachricht, denn es ist davon auszugehen, dass erstens alle der nunmehr vier Grossaktionäre gerade der neuen Unternehmensstrategie zugestimmt haben und, dass zweitens weiterhin jeder Grossaktionär ein Vetorecht gegen Änderungen der strategischen Ausrichtung hat. Das Italiengeschäft könnte darum für die Repower zur Fallgrube werden.  Das Italiengeschäft der Repower reisst den Konzern in den Abgrund weiterlesen

Bailout der maroden Repower durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ werden sich gemäss einer Medienmitteilung von heute durch eine Kapitalerhöhung an der am Abgrund stehenden Bündner Repower beteiligen und dafür einen hohen Preis bezahlen. Die Motive sind unklar.  Bailout der maroden Repower durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ weiterlesen

Repower zuerst illiquid (NZZ, Independent Credit View, Studie)

Gestern, 22. Mai 2016, erschien in der NZZ am Sonntag ein Artikel mit den Titel Stromkonzernen steht das Wasser bis zum Hals. Der Autor ist Marco Metzler. Darin heisst es, von Alpiq, Axpo und Repower werde die letzgenannte zuerst illiquid. Der Artikel folgte auf eine Studie, die der Vorgehensempfehlung des Lobbyisten Dominique Reber von Hirzel.Nef.Schmid.Konsulenten entspricht. Das Vorgehen soll die Übernahme der Atomkraftwerke durch den Bund bewirken. Rebers Empfehlung war unbeabsichtigt in die Medien gelangt. Repower zuerst illiquid (NZZ, Independent Credit View, Studie) weiterlesen

Comprerà China Power il progetto centrale di pompaggio della Repower a Campolattaro?

Secondo il portale online Il Quaderno, una grande impresa cinese è interessata alla diga di Campolattaro. Sembra che Repower stia cercando di rendere gradevole il suo progetto per una centrale di pompaggio a Campolattaro alla China Power. Questo nonostante l’impianto di stoccaggio non stia economicamente in piedi, e neanche sia più interessante di una nuova centrale a carbone. Repower potrebbe addiritura cercare di spingere i cinesi ad investire anche nella centrale a carbone di Saline Joniche.  Comprerà China Power il progetto centrale di pompaggio della Repower a Campolattaro? weiterlesen

Will China Power take over Repower’s pumped storage project in Campolattaro?

According to the online news site Il Quaderno, Grisons‘ utility Repower met with representatives from China Power and the local administration. It seems Repower seeks to render its pumped storage project Campolattaro palatable for China Power. This comes despite the fact that the pumped storage plant is not economically viable. In Italy, a pumped storage might even be a less interesting business case than a new coal power plant. Repower might also try to sell its failed coal power project in Calabria to Chinese investors.
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Geht das Pumpspeicherprojekt der Repower in Campolattaro an China Power?

Aus einem Bericht des regionalen Newsportal Il Quaderno zu schliessen, macht Repower das Pumpspeicherprojekt Campolattaro der China Power schmackhaft. Dabei ist ein Pumpspeicherkraftwerk auch in Italien unwirtschaftlich und vielleicht noch weniger erfolgsversprechend als die Produktion von Strom aus Kohle. Die Repower könnte versucht sein, auch das von ihr in Kalabrien projektierte Kohlekraftwerk chinesischen Investoren anzudrehen.
Geht das Pumpspeicherprojekt der Repower in Campolattaro an China Power? weiterlesen

Repower: Durch Ideologie am Abgrund

Gemäss Repower liegt die Schuld an der Krise des Unternehmens bei Deutschland und Italien mit ihrer Förderung der erneuerbaren Energie und dem Euro/Franken-Kurs — und neu sind auch die Kohlekraftwerke der anderen Energieunternehmen schuld. Der Opposition gegen die Kohlekraftwerke, die Repower wie kein anderes vergleichbares Unternehmen selbst verursachen wollte, wurde eine ideologische Haltung unterstellt. Versagen wegen falscher Ideologie oder gar Schuld bei sich selbst zu erkennen, liegt den Verantwortlichen bei Repower fern. Dieser Kommentar zum Bericht «Repower: Krise ist selbstverschuldet» beleuchtet, mit welcher Geisteshaltung die Repower-Führung das Unternehmen in die Krise steuerte.  Repower: Durch Ideologie am Abgrund weiterlesen

Repower: Krise ist selbstverschuldet

Nach bereits zwei verlustreichen Vorjahren wies Repower im ersten Semester 2015 einen Verlust von 108 Millionen Franken aus. Die Exponenten der Bündner Repower und der Regierungsrat des Kantons betonen, die Krise des Konzerns sei durch die tiefen Strompreise und den hohen Frankenkurs bedingt. Hauptschuldige sind jedoch der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung. Sie haben mit gescheiterten Investitionen seit 2008 Werte von über 300 Millionen Franken in den Sand gesetzt. Das Geld fehlt nun für die Neuausrichtung des Konzerns. Statt dass die Regierung Graubündens für eine Richtungsänderung personelle Wechsel vornimmt, verlangt der Kanton beim Bund Subventionen. Repower: Krise ist selbstverschuldet weiterlesen

Kann Repower das Italiengeschäft halten?

Repowers Entwicklung ist in Italien stark rückläufig. Alle Ertragskennzahlen waren in der ersten Jahreshälfte 2015 tiefrot. Um den Konzern durchzubringen oder sogar in seiner Notlage neu auszurichten, wird Repower verkaufen müssen, was Repower verkaufen kann — und was der Kanton Graubünden zur Veräusserung zulässt. Dazu könnte das aufwändig aufgebaute Italiengeschäft des Bündner Energieunternehmens gehören. Allerdings ist zweifelhaft, ob sich mit der Veräusserung des Geschäftsbereichs Cash generieren lässt.  Kann Repower das Italiengeschäft halten? weiterlesen

Beschönigendes Zeugnis für Repower

Die Schweizerische Energiestiftung SES verglich den Strommix des Jahres 2014 der vier grössten Energieunternehmen und stellt der Repower „kein gutes Zeugnis“ aus, wie die Südostschweiz 28. Juli schrieb. Der Grund: Die Repower produzierte im letzten Jahr 22 Prozent ihres Stroms aus klimaschädlichem Erdgas und belegt damit den „2. Platz im Sündenregister“ der Stiftung. Diese Einschätzung fiel für Repower jedoch vorteilhaft aus, denn das Gaskraftwerk der Repower lief nicht wie geplant.  Beschönigendes Zeugnis für Repower weiterlesen

Repower: Statement against coal power included in Grisons‘ constitution

Today, in a second and final vote, Switzerland’s alpine region Grisons approved what has been referred to as the „anti-coal referendum“. Grisons‘ decision stipulates a constitutional amendment banning investments in coal power projects by companies that are co-owned by Grisons, such as Repower. In the southernmost part of the Italian peninsula, Repower’s subsidiary SEI S.p.A. plans the construction of a coal power plant with 1.3 gigawatts capacity. Repower will withdraw from this project before the end of this year — a promise the utility made already in 2013 after voters approved the referendum a first time. Although the result of today’s vote is therefore factually irrelevant, 81% of Grisons voters supported the referendum.
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Anti-Kohle Initiative angenommen, Retropower.ch online

Die Bündner Stimmbürger haben heute in einer zweiten und letzten Abstimmung die Anti-Kohle Initiative gutgeheissen. Ein Investitionsverbot in Kohlekraftwerke durch Unternehmen, an denen der Kanton beteiligt ist, wird nun in der Verfassung verankert. Die Entscheidung fiel deutlich aus, obschon Repower als Folge der ersten Abstimmung 2013 bereits versprach, nicht in Kohlekraftwerke zu investieren. Das Energieunternehmen, ist mehrheitlich im Besitz des Kantons. Es soll bis zum Ende dieses Jahres aus dem Projekt in Kalabrien auszusteigen. In Saline Joniche, ganz im Süden der italienichen Halbinsel, projektiert Repowers Tochterfirma SEI S.p.A ein Steinkohlekraftwerk mit 1,3 Gigawatt Produktionskapazität.
Anti-Kohle Initiative angenommen, Retropower.ch online weiterlesen

Leugnen von Fehlverhalten. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 2

An der Generalversammlung der Repower 2015 wurde die Manipulation der Medien und der Generalversammlung bekannt gemacht, die im Vorjahr stattgefunden hatte. Verschiedene Medien Graubündens berichteten — ohne jedoch den genauen Ablauf der Vorfälle zu beschreiben. Die von den Medien festgehaltenen Erklärungen der Verwaltungsräte Eduard Rikli und Martin Schmid sowie von Regierungsrat Mario Cavigelli zeigen, wie sehr sich das Bündner Energieunternehmen weiterhin den Realitäten verschliesst. Die obersten Verantwortlichen der Repower leugneten die Manipulation. Auch die Verstrickung des Unternehmens mit der Mafia in Kalabrien wird weiterhin konsequent geleugnet.

-> Weiterlesen, auf klimaatelier.ch, wo der Beitrag zuerst erschien.