Kategorie-Archiv: Bericht

Neue Zürcher Zeitung NZZ hat Mühe mit dem Klimawandel

Die NZZ profiliert sich negativ mit Beiträgen, die den Klimawandel verharmlosen oder sogar leugnen.

Im Dossier Klimawandel der Rubrik Wissenschaft wechseln sich faktennahe und verzerrende Artikel der NZZ ab. Innerhalb der Redaktion gibt es zweifellos ausreichend fundiertes Wissen über Klimawandel. Verharmlosung und subtile bis offenkundige Leugnung ziehen sich dennoch fast wie ein roter Faden durch das Dossier.

Verzerrung und Verharmlosung erfolgen primär unterschwellig, etwa durch die Wahl des Themas, die Titelsetzung, oder durch gestellte, bzw. unterlassene Fragen oder die Auswahl der befragten Personen. Besonders in Kommentaren und Fremdbeiträgen verzichtet die NZZ jedoch immer wieder auf Subtilität.

Einen besonderen Fehltritt hat sich die Zeitung kürzlich geleistet. In einem Gastkommentar über Trumps Bemühungen, den Begriff Klimawandel abzuschaffen, verteidigt Sonja Margolina Trump und bezeichnet den Klimawandel als «ideologisches Konstrukt».

Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf, Träger des Climate Communication Prize der American Geophysical Union, kommentierte den Gastbeitrag in der NZZ (auf Facebook) so:

« Faktenfreier Artikel — lauter abwegige Behauptungen ohne den geringsten Beleg. Dass es einen wissenschaftlichen Konsens gibt, einfach weil die Belege erdrückend sind, darauf ist die Autorin wohl nicht gekommen. Wo sind denn die wissenschaftlichen Ergebnisse, die angeblich die Bedeutung von CO2 infrage stellen? Wie kommt es, dass ich davon nichts weiß, obwohl seit 25 Jahren in der Klimaforschung tätig? » (Stefan Rahmstorf)

«Die führende Schweizer Qualitäts-Tageszeitung von Weltruf» (NZZ) wollte sich mit dem Gastkommentar vielleicht selbst überbieten. Und die Latte lag hoch.

Einen bemerkenswerten früheren Höhepunkt, bzw. Tiefpunkt, erreichte die Unterstützung der Leugnung des durch Menschen verursachten Klimawandels durch die NZZ 2012, als sie das Buch «Die kalte Sonne» von Fritz Vahrenholt durch Christian Speicher besprechen liess. Dem im Fall der Klimadebatte zweifelhaften weil unangemessenen Ausgewogenheitsstandard folgend, fragte der Journalist zwar bei echten Klimaforschern nach. Dafür gab der Journalist auch gleich noch einem weiteren (moderaten) Skeptiker, Hans von Storch, ein Forum.

John Oliver über angeblich ausgewogene Berichterstattung in einer Debatte, die es gar nicht geben sollte. (Link)

Die Neue Zürcher Zeitung und von Storch funktionieren auffällig gut zusammen. Die Eingabe beider Namen in Suchmaschinen liefert viele Resultate. Von Storch gibt sich moderat, tut primär seine Meinung kund, und fühlt sich allenfalls als Skeptiker, nicht als Leugner — vermutlich wie die Redaktion der NZZ. Mit seiner Kritik an der Klimaforschung bewegt er sich aber im Grenzbereich zwischen Skeptizismus und Leugnung.

Im Gastkommentar von Sonja Margolina hat die Redaktion eine ganze Reihe ihrer Klimatiefschläge der Vergangenheit verlinkt.

Tausende von Wissenschaftlern haben gearbeitet, gemessen, erwogen, diskutiert und bestätigt. Ursache und Wirkung sind physikalisch unzweifelhaft verbunden. Modelle und Messungen stimmen auch quantitativ überein. Alle anderen denkbaren Ursachen wurden ausgeschlossen. Diverse spezifische Feststellungen, sogenannte Fingerprints, entlarven darüber hinaus den Täter Treibhausgase eindeutig. All dies ist beim Klimawandel der Fall. Das grösste internationale Forschergremium aller Zeiten fasst in umfangreichen Metastudien den Stand des Wissens periodisch zusammen und stellt das Ergebnis gratis und allgemeinverständlich zur Verfügung. Es ist ein seltener Fall grenzenloser Zusammenarbeit. Kein Wunder herrscht unter echten Klimaforschern über Klimawandel schiere Einhelligkeit — grundsätzlich seit der physikalischen Erklärung des Treibhauseffekts vor etwa 150 Jahren. Die Beobachtung ist kein Phänomen, sondern ein verstandener Fakt.

Eine Manufaktur von Zweifeln konnte bewirken, dass der Klimawandel in der Öffentlichkeit in Frage gestellt wird. Die NZZ ist leider Teil dieser Manufaktur.

In der aufkommenden Debatte über Fake News in der Ära Trump schrieb die NZZ unter «Der Glaube an die Wissenschaft» über «Wahrheit und Lüge»:

« […] Zugleich waren wir überzeugt, dass alles haargenau stimmt, was Fachleute von sich geben, zumindest jene, die vor der Klimakatastrophe warnen und die Zukunft in apokalyptischen Bildern malen. Nie wären wir auf die Idee gekommen, dass sie Schauermärchen erzählen und zu einer ideologischen Vorhut gehören, die der Kohleindustrie den Garaus machen und dem gesamten Kapitalismus an den Karren will. » (NZZ)

Die Zeitung betreibt ihre Falschmeinungsmache zum Klimawandel gerne durch Forumsbeiträge, Kommentarspalten und Interviews.

Zum Beispiel erschien gestern (3.9.2017) in der Rubrik «Wissen» (nicht «Wirtschaft») der Sonntagsausgabe ein Interview mit dem Geschäftsführer der World Coal Associacion. Zwar fragte der Interviewer kritisch und machte zum Teil zu Aussagen des obersten Kohlelobbyisten auch Einwände.

Dennoch wurden so in der NZZ Aussagen platziert, wie zum Beispiel, Kohle sei ein «lebenswichtiger Rohstoff für die Welt» oder in Südostasien würde sich die Stromerzeugung aus der Kohle bis 2040 verdreifachen.

Vorhersagen, welche die Zukunft betreffen, seien besonders schwierig, heisst es. Leider sind Lügen, welche die Zukunft betreffen, besonders einfach zu platzieren, in der Politik und auch in der NZZ.

Nur eine Manufaktur von Zweifeln konnte bewirken, dass der Klimawandel in der Öffentlichkeit in Frage gestellt wird. Die NZZ ist leider Teil dieser Manufaktur.

Die Wahrheitsverzerrung betreffend Klimawandel durch die NZZ kann mittels (Gast-)Kommentaren oder Interviews unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit und -vielfalt stattfinden. So wirkt ihre Klimaberichterstattung für Laien offen, distanziert und differenziert.

Was die NZZ, wenn es um subjektive Werte geht, anderswo als Mangel erkennt — wenn nicht als Unzulässigkeit —, toleriert sie bei sich selbst grosszügig, sogar, wenn es um wissenschaftlich erhärtete Fakten geht.

NZZ Methode wie Breitbart?

In einem Artikel der jüngsten Sonntagsausgabe der NZZ stellt der Journalist zuerst fest, Breitbart Media publiziere auch «konventionelle Medientexte», kritisierte aber die Art, wie Breitbart dennoch Meinungsmache betreibt: «Alles halb so schlimm in Steve Bannons publizistischer Kriegsmaschinerie? Nein, es tun sich Abgründe auf — und zwar in den Kommentarspalten. Unter dem Schutzmantel der Meinungsfreiheit hat hier der Hass auf Eliten, Farbige, Transgender oder Muslime freien Lauf.»

In den Kommentarspalten, unter dem Schutzmantel der Meinungsfreiheit, hat das Leugnen des Fakts Klimawandel in der NZZ freien Lauf. Da tun sich Abgründe auf.

Nachtrag, Klarstellung

Oliver Fuchs, Leiter Social Media der NZZ hat per e-mail darauf hingewiesen, dass der letzte Abschnitt («NZZ Methode wie Breitbart?») missverstanden werden kann. Im Gegensatz zu meinem Verständnis meinte der Journalist (Chanchal Biswas), der über Breitbart schrieb, mit dem Begriff «Kommentarspalten» nicht Artikel, die als Meinungen zwar redaktionell abgenommen, aber von Sachbeiträgen abgegrenzt sind, sondern Online-Leserkommentare. Breitbart lässt Leserkommentare zu. Die NZZ lässt keine Online-Leserkommentare zu und führt zum Klimawandel auch keine spezifische Leserdebatte. Ein besserer, weil unmissverständlicherer letzter Absatz wäre darum:

In den Gastartikel, Interviews, Meinungsbeiträgen und Rezensionen hat unter dem Schutzmantel der Meinungsfreiheit, das Leugnen des Fakts Klimawandel in der NZZ freien Lauf. Da tun sich Abgründe auf. Schon lange. Immer noch.

Hass und Rassismus verbreiten zu lassen — und dazu anzustiften — und den Fakt Klimawandel in Frage zu stellen oder zu leugnen, ist nicht dasselbe. Und Leserkommentare sind nicht dasselbe, wie Meinungen, die unter redaktioneller Aufsicht publiziert werden —eben nicht! In beiden beschriebenen Fällen aber wird das Recht auf freie Meinungsäusserung als Deckmantel verwendet und missbraucht.

Wo sie es in Onlinekommentaren tun können, leugnen Unterinformierte, Fehlgeleitete und Verschwörungstheoretiker den Klimawandel, dass es an Epidemien erinnert. Die NZZ sollte sich überlegen, ob sie als angesehenes Medium nicht dazu anstiftet.


Quellen

Stefan  Rahmstorf. Wie wäre es mit Sachargumenten? Handelsblatt, 14.2.2009. (Online)

Sonja Margolina. Deutungshoheit der Erwärmungstheoretiker. Die ideologischen Seiten des Klimawandels. NZZ. Gastkommentar, 1.9.2017. (Online)

Christian Speicher. Solare Kühlung für das irdische Treibhaus? NZZ. 15.2.2012. (Online)

Bernhard Pötter (Interview). «Wir erwarten ein Wachstum bei Kohle». NZZ am Sonntag, 3.9.2017 (Print, S. 50)

Karl-Heinz Ott. Wahrheit und Lüge. Die schöne postmoderne Beliebigkeit hat den Härtetest nicht bestanden. NZZ, 19.4.2017 (Online)

Chanchal Biswas. «Breitbart» zu lesen, lohnt sich. NZZ am Sonntag, 3.9.2017. (Print, S. 14)

Stefan Rahmstorf. Kommentar auf Facebook. Screenshot. (Link)

Für einige weitere Quellen vgl. Hyperlinks, besonders im zweiten Absatz nach dem Lead.

Titelbild

boldomatic.com. Das Zitat der NZZ vom 22.11.2014, «Zeit, sich den Fakten zu stellen, ist faktisch jederzeit», betrifft einen Artikel über die Entwicklung der Pflegekosten.

Zwiespältiges Ergebnis der Repower 2016

Zum vierten Mal in Folge legt die Repower einen negativen Abschluss vor. Der Geschäftsbericht 2016 zeigt ein sehr schlechtes Ergebnis für das Segment Schweiz. In Italien war das Marktumfeld vorteilhafter, aber dort verharrt das seit Jahren teuer beworbene und vielgelobte Dienstleistungsgeschäft bei praktisch null Ertrag. Die neue Strategie des Energiekonzerns bleibt weitgehend ein Papiertiger. Kosten spart Repower beim Personal — nicht aber demjenigen auf der Teppichetage. Zwiespältiges Ergebnis der Repower 2016 weiterlesen

Der grosse Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit

Die Schweizer Stromkonzerne arbeiten schon lange daran, die Folgekosten der Atomkraftwerke auf den Bund abzuschieben. Ein besonders erwähnenswerter Aspekt ihres Vorgehens, die Arbeit der HNS-Lobbyisten für Alpiq, wurde schon beschrieben. Dieser Artikel behandelt einige weitere Aspekte.

Weil es um Beträge von unabsehbarer Höhe geht, wollen auch die Kantone und Städte, die hinter den Konzernen stecken, sich der finanziellen AKW-Altlast befreien. Es zeichnet sich ein Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit ab, wie er in der Schweizer Energiewirtschaft beispiellos ist. Deutschland hat den analogen Coup schon abgesegnet — unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In der Schweiz ist er sehr gut eingefädelt. Der grosse Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit weiterlesen

Public Affairs Kampagne läuft nach Plan von Dominique Reber für Alpiq

Die grossen Schweizer Stromkonzerne bereiten ihren ganz grossen Coup Organisierter Verantwortungslosigkeit schon seit Jahren vor. Entgegen allen vorgehaltenen Versprechen soll der Bund die Folgekosten der Atomenergie tragen. Es kann dabei um mehr Geld gehen, als zur Rettung der UBS eingesetzt wurde. Die jüngsten Entwicklungen belegen: Obschon der Plan an die Öffentlichkeit gelangte und medial kommentiert wurde, läuft die Kampagne fast perfekt nach dem Drehbuch der Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Den Kampgnenplan für die Alpiq verfasst hat der Lobbyist Dominique Reber. Public Affairs Kampagne läuft nach Plan von Dominique Reber für Alpiq weiterlesen

Die ‚Organisierte Verantwortungslosigkeit‘ in den Schweizer Stromunternehmen

Gibt es Konsequenzen für die Manager und Verwaltungsräte, die ihre Stromkonzerne in die Krise steuerten? Erstaunlich selten und wenn, dann erstaunlich spät. Gibt es Konsequenzen für die Politiker, meistens Regierungsräte, welche die Aktionäre vertreten? Praktisch nie.

Das verwundert nicht, denn die Stromwirtschaft lebt das Prinzip der ‚Organisierten Verantwortungslosigkeit‘. Die ‚Organisierte Verantwortungslosigkeit‘ in den Schweizer Stromunternehmen weiterlesen

Repower Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Das Ende.

Wie aus einem Schreiben des italienischen Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung vom 18. November hervorgeht, hat am Tag zuvor die Repower Tochtergesellschaft SEI S.p.A. das Projektgesuch für das Kohlekraftwerk in Saline Joniche zurückgezogen. Das Ministerium hat in der Folge das Bewilligungsverfahren beendet, „archiviert“. Repower Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Das Ende. weiterlesen

Mario Cavigelli, Doris Leuthard und andere Wendehälse in der Sache Kohlestrom

Die Gegner der Initiative ‚Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie‘ betonen, die Schweiz würde bei einer etappierten und geplanten Stilllegung der Atomkraftwerke Dreckstrom aus dem Ausland beziehen. Die Initiative sei abzulehnen, da dies «schelmisch» und «scheinheilig» wäre, argumentierte der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli. Nur drei Jahre zuvor stand er für ein Kohlekraftwerk in Saline Joniche (Kalabrien) ein. Dieser Artikel erklärt das zwiespältige Verhalten von Exponenten wie Mario Cavigelli oder Bundesrätin Doris Leuthard im Vorfeld der Abstimmung um den geordneten Atomausstieg. Mario Cavigelli, Doris Leuthard und andere Wendehälse in der Sache Kohlestrom weiterlesen

Doris Leuthard, die Lügenministerin

Doris Leuthard, die Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, agiert in der Debatte um die Initiative für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie wiederholt mit Lügen. Damit riskiert die ehemalige EGL (Axpo) Verwaltungsrätin (und das ehemalige Mitglied des Nuklearforums Schweiz) voraussichtlich gegen Ende ihrer Karriere als Bundesrätin ihre Glaubwürdigkeit. Wie sie das tut, wird in diesem Beitrag dargestellt. Doris Leuthard, die Lügenministerin weiterlesen

Kohlekraftwerk Saline Joniche: Repower Tochter SEI in Liquidation

An der regulären Generalversammlung im Mai 2016 wurde es angekündigt, an der ausserordentlichen vom Juni erneut gesagt: Die Liquidation der Projektgesellschaft für das Kohlekraftwerk Saline Joniche, an der die Repower 57,5% hält, wurde beschlossen. Die Medien Graubündens ignorierten jedoch den Sachverhalt bisher fast komplett. Das italienische Handelsregister lässt nun keinen Zweifel mehr offen: Die SEI ist in Liquidation. Die Behauptung des Bündner Stromkonzerns, dadurch mit dem Bewilligungsgesuch für das Kraftwerk und der Klage gegen die kalabrischen Aktivisten nichts mehr zu tun zu haben, ist jedoch falsch. Kohlekraftwerk Saline Joniche: Repower Tochter SEI in Liquidation weiterlesen

Wasserkraft und Repower: in die nächste Sackgasse

Bei der Diskussion um das Debakel des Bündner Stromkonzerns geht bisher unter, dass die Repower, objektive Probleme ignorierend, mit einiger Wahrscheinlichkeit von einer Sackgasse in die nächste manövriert wird. Die grössten aktuellen Probleme und Risiken, der Energiegrosshandel und das Italiengeschäft, bleiben bisher unangetastet. Der neue Fokus auf die Wasserkraft, bietet keine Gewähr für die Zukunft, jedenfalls nicht langfristig, das zeichnet sich schon jetzt ab. Es könnte schwierig werden, den Kurs schon bald erneut zu wechseln, denn mit einem grösseren und stärker diversifizierten Kartell der Grossaktionäre wird der Konzern noch träger. Wasserkraft und Repower: in die nächste Sackgasse weiterlesen

Fabio Bocchiola, Chef von Repower Italien, prozessiert gegen Anti-Kohle Aktivisten in Kalabrien

Auf heute, 18. Juli, 12.00 Uhr, ist der Prozess gegen Noemi Evoli, Paolo Catanoso und Domenico La Rosa angesetzt, drei Gegner von Repowers Kohlekraftwerk in Saline Joniche. Fabio Bocchiola, der Leiter von Repower Italien, hat im April 2014 — also mehr als ein halbes Jahr nach der Annahme der Volksinitiative «Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft» in Graubünden — im Namen der Kraftwerk-Projektgesellschaft SEI S.p.A. Anklage gegen vier Aktivisten erhoben. Die SEI, die gemäss jüngeren Angaben der Repower liquidiert werden soll, verlangt vier Millionen Euro Schadenersatz wegen Rufschädigung, besonders wegen satirischer Darstellungen, die sich gegen Bocchiola richten. 1 Fabio Bocchiola, Chef von Repower Italien, prozessiert gegen Anti-Kohle Aktivisten in Kalabrien weiterlesen

Ist die Kehrtwende der Repower ein leeres Versprechen?

Die Repower plant den Verkauf ihres Gaskraftwerks und ihrer Atomkraft-Beteiligungen. Das Bündner Energieunternehmen würde damit zum grössten schweizerischen Energieunternehmen, das Strom ausschliesslich aus erneuerbarer Energie produziert. Solange das Unternehmen mit dem Kohlekraftwerk in Saline Joniche in Verbindung steht, bleibt Repowers Kehrtwende unglaubwürdig. Das Energieunternehmen hat bisher alle Versprechen, aus dem Projekt auszusteigen, gebrochen. Auch die Behauptung, die Projektgesellschaft SEI werde aufgelöst, bleibt neblig. Bisher weist kein objektives Anzeichen auf eine Liquidation hin. Weiterhin klagt Repowers Italienchef Fabio Bocchiola im Namen der SEI gegen Kraftwerksgegner in Kalabrien. Wird diese Klage nicht zurückgezogen, kann die Gesellschaft noch lange nicht aufgelöst werden. Warum das Bewilligungsgesuch für das Kohlekraftwerk nicht zurückgezogen wird, ist mysteriös.
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Die unbeantworteten Fragen an die Repower. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 3

An der Generalversammlung 2015 wurden eine Reihe von Fragen gestellt. Der nun nicht mehr zur Wiederwahl stehende Eduard Rikli äusserte sich zu einigen wenigen der Fragen. Zu den anderen stellte er in Aussicht, er werde sie im Anschluss an den offiziellen Teil der Versammlung mündlich im direkten Gespräch beantworten, da das Publikum den Erörterungen nicht folgen könnte. Das ist nicht geschehen, bis heute nicht, trotz wiederholter Nachfrage. Das Verweigern von Antworten war ein Kennzeichen der Repower unter dem scheidenden Präsidenten Eduard Rikli, genauso wie es das Bestreiten von eigentlich unbestreitbaren Sachverhalten war. Die unbeantworteten Fragen betreffen Fehlverhalten von Repower im Zusammenhang mit dem Geschäft in Italien.   Die unbeantworteten Fragen an die Repower. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 3 weiterlesen

Das Italiengeschäft der Repower reisst den Konzern in den Abgrund

Repowers angestammtes Geschäft ist noch knapp positiv — oder knapp negativ. Das Auslandgeschäft, besonders das Segment Italien, ist jedoch tiefrot und droht den ganzen Konzern in den Abgrund zu reissen. Dies ist aus einer Analyse des Geschäftsberichts 2016 zu schliessen. Das ist keine gute Nachricht, denn es ist davon auszugehen, dass erstens alle der nunmehr vier Grossaktionäre gerade der neuen Unternehmensstrategie zugestimmt haben und, dass zweitens weiterhin jeder Grossaktionär ein Vetorecht gegen Änderungen der strategischen Ausrichtung hat. Das Italiengeschäft könnte darum für die Repower zur Fallgrube werden.  Das Italiengeschäft der Repower reisst den Konzern in den Abgrund weiterlesen

Bailout der maroden Repower durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ werden sich gemäss einer Medienmitteilung von heute durch eine Kapitalerhöhung an der am Abgrund stehenden Bündner Repower beteiligen und dafür einen hohen Preis bezahlen. Die Motive sind unklar.  Bailout der maroden Repower durch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ weiterlesen

Repower zuerst illiquid (NZZ, Independent Credit View, Studie)

Gestern, 22. Mai 2016, erschien in der NZZ am Sonntag ein Artikel mit den Titel Stromkonzernen steht das Wasser bis zum Hals. Der Autor ist Marco Metzler. Darin heisst es, von Alpiq, Axpo und Repower werde die letzgenannte zuerst illiquid. Der Artikel folgte auf eine Studie, die der Vorgehensempfehlung des Lobbyisten Dominique Reber von Hirzel.Nef.Schmid.Konsulenten entspricht. Das Vorgehen soll die Übernahme der Atomkraftwerke durch den Bund bewirken. Rebers Empfehlung war unbeabsichtigt in die Medien gelangt. Repower zuerst illiquid (NZZ, Independent Credit View, Studie) weiterlesen

Geht das Pumpspeicherprojekt der Repower in Campolattaro an China Power?

Aus einem Bericht des regionalen Newsportal Il Quaderno zu schliessen, macht Repower das Pumpspeicherprojekt Campolattaro der China Power schmackhaft. Dabei ist ein Pumpspeicherkraftwerk auch in Italien unwirtschaftlich und vielleicht noch weniger erfolgsversprechend als die Produktion von Strom aus Kohle. Die Repower könnte versucht sein, auch das von ihr in Kalabrien projektierte Kohlekraftwerk chinesischen Investoren anzudrehen.
Geht das Pumpspeicherprojekt der Repower in Campolattaro an China Power? weiterlesen

Repower: Krise ist selbstverschuldet

Nach bereits zwei verlustreichen Vorjahren wies Repower im ersten Semester 2015 einen Verlust von 108 Millionen Franken aus. Die Exponenten der Bündner Repower und der Regierungsrat des Kantons betonen, die Krise des Konzerns sei durch die tiefen Strompreise und den hohen Frankenkurs bedingt. Hauptschuldige sind jedoch der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung. Sie haben mit gescheiterten Investitionen seit 2008 Werte von über 300 Millionen Franken in den Sand gesetzt. Das Geld fehlt nun für die Neuausrichtung des Konzerns. Statt dass die Regierung Graubündens für eine Richtungsänderung personelle Wechsel vornimmt, verlangt der Kanton beim Bund Subventionen. Repower: Krise ist selbstverschuldet weiterlesen

Kann Repower das Italiengeschäft halten?

Repowers Entwicklung ist in Italien stark rückläufig. Alle Ertragskennzahlen waren in der ersten Jahreshälfte 2015 tiefrot. Um den Konzern durchzubringen oder sogar in seiner Notlage neu auszurichten, wird Repower verkaufen müssen, was Repower verkaufen kann — und was der Kanton Graubünden zur Veräusserung zulässt. Dazu könnte das aufwändig aufgebaute Italiengeschäft des Bündner Energieunternehmens gehören. Allerdings ist zweifelhaft, ob sich mit der Veräusserung des Geschäftsbereichs Cash generieren lässt.  Kann Repower das Italiengeschäft halten? weiterlesen

Beschönigendes Zeugnis für Repower

Die Schweizerische Energiestiftung SES verglich den Strommix des Jahres 2014 der vier grössten Energieunternehmen und stellt der Repower „kein gutes Zeugnis“ aus, wie die Südostschweiz 28. Juli schrieb. Der Grund: Die Repower produzierte im letzten Jahr 22 Prozent ihres Stroms aus klimaschädlichem Erdgas und belegt damit den „2. Platz im Sündenregister“ der Stiftung. Diese Einschätzung fiel für Repower jedoch vorteilhaft aus, denn das Gaskraftwerk der Repower lief nicht wie geplant.  Beschönigendes Zeugnis für Repower weiterlesen

Anti-Kohle Initiative angenommen, Retropower.ch online

Die Bündner Stimmbürger haben heute in einer zweiten und letzten Abstimmung die Anti-Kohle Initiative gutgeheissen. Ein Investitionsverbot in Kohlekraftwerke durch Unternehmen, an denen der Kanton beteiligt ist, wird nun in der Verfassung verankert. Die Entscheidung fiel deutlich aus, obschon Repower als Folge der ersten Abstimmung 2013 bereits versprach, nicht in Kohlekraftwerke zu investieren. Das Energieunternehmen, ist mehrheitlich im Besitz des Kantons. Es soll bis zum Ende dieses Jahres aus dem Projekt in Kalabrien auszusteigen. In Saline Joniche, ganz im Süden der italienichen Halbinsel, projektiert Repowers Tochterfirma SEI S.p.A ein Steinkohlekraftwerk mit 1,3 Gigawatt Produktionskapazität.
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Leugnen von Fehlverhalten. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 2

An der Generalversammlung der Repower 2015 wurde die Manipulation der Medien und der Generalversammlung bekannt gemacht, die im Vorjahr stattgefunden hatte. Verschiedene Medien Graubündens berichteten — ohne jedoch den genauen Ablauf der Vorfälle zu beschreiben. Die von den Medien festgehaltenen Erklärungen der Verwaltungsräte Eduard Rikli und Martin Schmid sowie von Regierungsrat Mario Cavigelli zeigen, wie sehr sich das Bündner Energieunternehmen weiterhin den Realitäten verschliesst. Die obersten Verantwortlichen der Repower leugneten die Manipulation. Auch die Verstrickung des Unternehmens mit der Mafia in Kalabrien wird weiterhin konsequent geleugnet.

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Lügen und verleumden. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 1

Das Bündner Energieunternehmen Repower manipulierte die Generalversammlung und desinformierte die Medien. Dies wurde anlässlich der Generalversammlung von heute (29. April 2015) bekannt. Für Repower ist es nicht das erste Vorkommnis zweifelhafter Art und ereignete sich trotz einer früheren Mahnung des damaligen Bündner Regierungsrats und heutigen Ständrats Martin Schmid, Praktiken wie Desinformation könnten nicht geduldet werden. Schmid vertritt seit 2008 den Kanton im leitenden Gremium des Verwaltungsrats der Repower. Das Fehlverhalten fand an der Generalversammlung des Vorjahrs statt und erfolgte durch Kaderleute des Bündner Energiekonzerns. Ihr Vorgehen könnte rechtliche Konsequenzen haben.

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Repower-Kohlekraftwerk: Die umstrittenen Vergleiche der Millionenklage

Im April letzten Jahres (2014) verklagte der Repower Italien Chef Fabio Bocchiola im Namen der Tochtergesellschaft SEI vier Gegner des in Kalabrien geplanten Kohlekraftwerks auf 4 Millionen Euro Schadenersatz. Die Klage wirft Fragen auf, die in diesem Übersichtsartikel behandelt sind.

Gemäss Klageschrift wird die Forderung von 4 Millionen Euro Schadenersatz wegen Rufschädigung der Projektgesellschaft SEI S.p.A. erhoben. Die Führungsspitzen von Repower, sprachen dagegen wiederholt von «persönlichkeitsverletzenden Äusserungen» als Grund für die Klage.

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Repower-Kohlekraftwerk: Ursachen und Hintergründe der Millionenklage

Im April letzten Jahres (2014) verklagte die Bündner Repower vier Gegner ihres geplanten Kohlekraftwerks in Kalabrien auf 4 Millionen Euro Schadenersatz. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und Hintergründe der Klage.

Am 14. April 2014 unterzeichnete Fabio Bocchiola die Klageschrift gegen vier Gegner des Kohlekraftwerks in Saline Joniche. Bocchiola ist Mitglied der Repower Gruppenleitung, Chef von Repower Italien und Delegierter des Verwaltungsrats der Projektgesellschaft SEI S.p.A.

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Gericht stoppt Repower-Kohlekraftwerk in Italien

Das Verwaltungsgericht in Rom hat am Freitag, 27. Februar 2015, den Bewilligungsprozess des von Repower in Kalabrien geplanten Kohlekraftwerks zum Stillstand gebracht. Nationale und regionale Umweltorganisationen, die Region Kalabrien und verschiedene Gemeinden haben erfolgreich gegen die Verfügungen eingesprochen, welche die Bewilligung des Kohlekraftwerks unterstützten. Dies könnte nach rund zehn Jahren Planung das Ende des Kraftwerks bedeuten, das die ehemalige Rätia Energie in Saline Joniche, an der Südspitze des italienischen Festlands bauen wollte. Sollte das Bündner Unternehmen sein umstrittenes Bauvorhaben trotz dieses Rückschlags weiterverfolgen, lassen sich daraus interessante Folgerungen ableiten.

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Repower-Kohlekraftwerk: ein Projekt von Zockern

Repower richtet der Geschäftleitung erhebliche variable Vergütungen aus. Das sechsköpfige Gremium kassiert jährlich bis zu fast einer Million Franken an Boni. Gemäss Repower Verwaltungsratspräsident Eduard Rikli sind „qualitative Zielsetzungen“ bei der Festlegung der Bonuszahlungen mitbestimmend. Es muss mit guten Grund davon ausgegangen werden, dass Teile der Geschäftsleitung persönlich profitieren, wenn die Baubewilligung für das von Repower in Saline Joniche geplante Kohlekraftwerk gesprochen wird. Die Aussicht auf persönliche Bereicherungen könnte bei der immer noch mit grossem Engagement, hohen Kosten und erheblichen Risiken vorangetriebenen Projektentwicklung in Saline Joniche eine Rolle spielen.

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